Quelle:

Text: Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide; 3./4. April 1954

Die Wahrzeichen Medingens im neuen Gemeindesiegel

Medingen. Der niedersächsische Minister des Innern genehmigte der Gemeinde Medingen die Führung eines eigenen Dienstsiegels. Zwar verwendete die Gemeinde auch schon vorher ein eigenes Siegel, doch hatte sich vor kurzem herausgestellt, daß diesem bisher benutzten Symbol der kommunalen Autorität die staatliche Anerkennung fehlte. Das Siegel war nämlich eine private und in den dienstlichen Betrieb eingeführte Schöpfung eines früheren Gemeindedirektors. Ohne Argwohn behielt bei dessen Ausscheiden damals die Gemeindeverwaltung das Siegel bei, bis eben das Unrechtmäßige jetzt offenbar wurde und man von höherer Stelle aus die Weiterverwendung untersagte. Da Medingen aber ein Ort ist, dessen Namen nicht nur als Luftkurort, sondern ebenso durch das berühmte Kloster wie auch als Standort eines Forstamtes und Amtsgerichtes bekannt ist, gestattete das Ministerium in Hannover der Gemeinde, ein neues eigenes Siegel zu schaffen und die Genehmigung zu beantragen. Nachdem dies bekannt geworden war, wetteiferten künstlerisch begabte Medinger in der Herstellung von Entwürfen. Der allzu großen Phantasie wurde von vornherein eine bestimmte Richtung gewiesen, denn es sollten nunmehr in dem Siegel symbolhaft die charakteristisches Wahrzeichen Medingens zum Ausdruck kommen: Das Kloster und die idyllische Lage inmitten der von der Ilmenau durchzogenen Forsten. Die Entwürfe waren zunächst in der Form von Bildern angefertigt. Gemeindedirektor Damisch ließ sie durch einen Fachmann nach den Regeln der Heraldik umgestalten und legte sie nun gewissermaßen siegelfertig den Gemeindevertretern vor. Es war nicht leicht, aus der Zahl der schönen und durchweg gleichwertigen Entwürfe den „richtigen” herauszufinden. Nach langer Debatte siegte in der Abstimmung schließlich der Entwurf der Medinger Klosterdame Fräulein Carola von Laffert. Er fand auch die Anerkennung des Ministeriums.

Das Medinger Gemeindewappen

Das neue Siegel zeigt auf dem von der Schrift umrahmten Rundfeld schräg nach links oben laufend den reichverzierten goldenen Krummstab der Aebtissin des Klosters Medingen und weist damit auf das Kloster selbst hin. Mit dem Krummstab kreuzen sich zwei parallel laufende Schlangenlinien, in stilisierter. Form den Flußlauf der Ilmenau darstellend. Das Rundfeld selbst, das den Untergrund der gekreuzten Symbole abgibt, deutet auf die Wiesen und Wälder hin, in die Ort und Kloster eingebettet liegen.

Hinweis:

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Gollern, Groß Hesebeck, Jastorf, Klein Bünstorf, Klein Hesebeck, Medingen, Röbbel, Sasendorf und Seedorf der Stadt (Bad) Bevensen angegliedert.

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