Protokollbuch zurück in Bad Bevensen

Nach über 80 Jahren ist ein Protokollbuch des Junglandbundes Bevensen in der Kurstadt aufgetaucht. Die Stadt erhielt das verloren geglaubte Buch von einem Stadtarchivar aus Sachsen-Anhalt.

Auf dem hölzernen Lesetisch im Stadtarchiv Bad Bevensen liegt ein kleines schwarzes Büchlein mit dem schlichten, handgeschriebenen Titel „Junglandbund Bevensen“. Die Archivmitarbeiter blättern sich neugierig durch die in Sütterlin verfassten Aufzeichnungen. „Es sind genau 81 beschriebene Seiten und ein zweiseitiges Redemanuskript“, berichten die Archivmitarbeiter erfreut.

Das sich dieses Büchlein nun nach acht Jahrzehnten wieder in dem Ort befindet, in dem die einst weißen Seiten befüllt wurden, ist einem Archivar aus Sachsen-Anhalt zu verdanken.

Mathias Hille aus Schönebeck/Elbe, fand das Buch in einem Konvolut angekaufter Dokumente und schrieb umgehend eine Email an seine Kollegen in Bad Bevensen. Ein Telefonat und wenige Tage später traf die Sendung in Bad Bevensen ein.

„Das es diesen Junglandbund gab, wussten wir bislang nur durch wenige erhaltene Zeitungsartikel“, berichtet der Bevenser Stadtarchivar Tino Wagner. Nun haben er und seine Mitarbeiter die Möglichkeit, die Geschichte dieser Vereinigung von der Gründung bis zur Auflösung zu rekonstruieren.

„Am Sonntag den 22. März 1931 hatten sich im Deutschen Hause eine Anzahl Jungbäuerinnen und Jungbauern aus der Umgebung eingefunden, um sich zu einem Junglandbund zusammenzuschließen“, heißt es auf Seite 1. Ein Redner sprach vorab über das Thema „Das Wesen und die Aufgabe des Junglandbundes“. Anschließend wurde der Junglandbund Bezirk Bevensen gegründet, mit dem Ziel sich auszutauschen und das Gemeinschaftsgefühl und Brauchtum zu fördern.

Bestandteil jeder Sitzung waren Vorträge der Mitglieder, über Themen wie Schädlingsbekämpfung und erfolgreiche Schweinezucht. Im Laufe der Zeit gesellten sich politische Tagungsordnungspunkte dazu, es ging dann zusätzlich um Innen- und Außenpolitik, das „Deutsche Volksleid“ oder den „Kampf um den Rhein“.

Die monatlich stattfindenden Versammlungen endeten meist am späten Abend mit Volkstänzen und einem gemeinsam gesungenen Abschlusslied. Bereits nach wenigen Jahren wurde der Junglandbund aufgelöst.

Das Protokollbuch endet mit einem Eintrag der Sitzung vom 14.05.1934: „[…] Nach diesen beiden Vorträgen wurde unsere Jungbauernschaft aufgelöst; gemäß der Verordnung der Reichsregierung. (Um die gesamte Jugend in den Organisationen der H.J., B.D.M, […] zu vereinigen.)“

Die Geschichte des Junglandbundes bleibt indes erhalten. Das Protokollbuch wurde bereits digitalisiert und kann von interessierten Nutzern somit auch künftig im Stadtarchiv Bad Bevensen eingesehen werden.

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