Bevensen bekommt eine Müllabfuhr

1933 (Tag und Monat unbekannt) – „Sonnabend abend war nach Pröhls Gasthaus eine Versammlung von Interessenten für die Gründung einer Müllabfuhr einberufen, die von Herrn Eisenbahnsekretär Krüger geleitet wurde. In seiner unermüdlichen Arbeit für das Gemeinwohl waren auch Vorarbeiten für dieses Unternehmen schon von ihm geleistet und er konnte der Versammlung die erfreuliche Mitteilung machen, daß sich bereits 30 Haushaltungen zu einer Beteiligung bereiterklärt haben.

Die organisatorische Form ist so gedacht, daß die Interessenten einen Sammelvertrag mit dem Fuhrhalter Heine abschließen. Es war vorgesehen, daß einheitliche Kübel von 36 cm Höhe, 30 cm Durchmesser und 24 Liter Inhalt angeschafft werden sollen und daß eine feste Abfuhrgebühr von 5 RM. für einen, 10 RM. für zwei und 12 RM. für drei Kübel jährlich erhoben werden solle. Die Abfuhr soll an jedem Freitag in der Weise stattfinden, daß die Kübel auf einen dichten Kastenwagen entleert werden, damit diese gleich wieder an Ort und Stelle kommen und eine Verwechslung ausgeschlossen ist. […] Herr Bürgermeister Möller gab seiner Freude Ausdruck, daß es endlich durch freiwilligen Zusammenschluß gelungen sein, diese wichtige Frage einer Regelung zuzuführen: die Verhältnisse lägen in Bevensen einerseits so, daß die Müllabfuhr nicht von der Stadt übernommen und zwangsweise eingeführt werden könne und andererseits wäre – besonders mit Rücksicht auf die Bedeutung Bevensen als Luftkurort und Ferienaufenthalt – der augenblickliche Zustand nachgerade unerträglich. Es würde später unter keinen Umständen mehr geduldet werden, daß irgendwelcher Unrat an einem anderen, als dem dafür vorgesehenen Platze abgeladen würde. Die ganze Bevölkerung müsse mitarbeiten und jeden rücksichtslos zur Anzeige bringen, der etwa im Dunkeln mit dem Handwagen loszieht, um seine Scherben und Blechdosen usw. ins Freie zu bringen. […]“

 

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