Quelle:

Text: Kurt Ernst, Manuskript: StadtA BB, A03, A2218-2015/049, Veröffentlicht: im „Blickpunkt“ am 23. Januar 2004.

Die dargestellten Beiträge Dritter dienen der Erleichterung einer weiteren Recherche. Wir empfehlen die Sachverhalte, insbesondere Datumsangaben und Namen immer zu überprüfen.

Wie und wo die Schlachterei Stehr begann

Die Fleischerei Stehr – für Fleisch- und Wurstwaren – hat auch eine interessante Entwicklung, die besondere Beachtung finden sollte.

Am 31.03.1903 kaufte Schlachtermeister Hermann Stehr aus Dahlenburg vom Schlachtermeister Hartwig Schmidt das Haus mit dem kleinen Laden und der dahinter befindlichen Schlachterei in der Bergstraße 13. Er hatte erst 3 Tage zuvor seine Frau Marie geheiratet. – Das Haus war ein Wohnhaus mit einem kleinen Laden rechts, in den man über eine 4-stufige Treppe gelangte. Die Schlachterei war hinten im Hof, leider bereitete aber der Zugang Schwierigkeiten.

Auf dem Schlachthof Stehr – 1903 begann das Unternehmen an der Bergstraße Nummer 13.

Schlachtermeister Stehr war sehr geschickt und gewandt, daher fanden seine Erzeugnisse überall -nicht nur in Bevensen – Beachtung. Im ersten Fremdenführer von 1912 war eine Anzeige über seine guten Erzeugnisse vorhanden, in der auch der Postverkauf der Waren per Nachnahme – portofrei – erwähnt wurde.

Da der Verkauf seiner Waren sehr erfolgreich war, konnte er sich 1911 das Nachbargrundstück Bergstraße 11 kaufen. So kam er zu einem guten Zugang zu seinem Schlachthof, der nicht nur für Fuhrwerke sondern später auch für LKW eine passable Zufahrt erhielt.

Sein ältester Sohn Hermann war als Schlachter in Bienenbüttel tätig, daher kam sein Sohn Hans Stehr, ebenfalls Schlachtermeister, 1941 dazu, den Betrieb zu übernehmen. Nach dem Krieg kam der Wiederaufbau – wie allgemein üblich – und nach der Währungsreform war alles wieder im Lot. Seine Frau Sophie war als Verkäuferin im Laden aktiv. Von Sophie wird erzählt, dass auch sie damals – wie allgemein üblich – die Ware abwog mit den Worten: „darf es für nen Groschen mehr sein?“ Es war die Zeit der ersten Federwaagen, die noch nicht die Genauigkeit wie heute hatten.

Schlachtermeister Stehr genügte im immer beliebter werdenden Bevensen sein Geschäft in einer Nebenstraße nicht mehr. Die Lüneburger Straße wurde zum belebten Zentrum. 1968 brannte in der Lüneburger Straße 10 das Gasthaus „DIE FORELLE“ ab. Auch das Nebenhaus war vom Brand betroffen, so konnte Schlachtermeister Stehr die Gelegenheit nutzen, das Grundstück „Haus Deutscher Webwaren“ von Sieckendieck , in dem zuletzt auch Eisenschulz sein Geschäft hatte, zu erwerben. Das Haus wurde abgerissen, an dessen Stelle entstand 1970/71 ein 3-stöckiger Neubau. Sein Sohn Hermann, ebenfalls Fleischermeister, eröffnete ein Geschäft für Fleisch- und Wurstwaren und im Nebenraum eine „Heiße Theke“, in dem verschiedene Mittagsgerichte angeboten werden. Dieses Angebot nehmen Einheimische wie auch Kurgäste gern an. Da der Laden zurückversetzt gebaut wurde, kann man auch bei Regen auf der Strasse vor dem Laden geschützt speisen.

Der Laden in der Bergstraße hat jetzt eine andere Verwendung gefunden, und zwar bietet jetzt ein Radio- und Fernseh-Händler seine Waren dort an.

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