Quelle:

Text: Kurt Ernst, Manuskript: StadtA BB, A03, A2218-2015/049, Veröffentlicht: (in gekürzter Form) im „Blickpunkt“ am 25. Juni 2004);

Die dargestellten Beiträge Dritter dienen der Erleichterung einer weiteren Recherche. Wir empfehlen die Sachverhalte und insbesondere Datumsangaben und Namen immer zu überprüfen.

Gasthaus Sagell – Die Geschichte eines Hauses in der Kirchenstraße

Im Nachfolgenden wird über das Haus Kirchenstrasse 6 und seine Verwendung berichtet. Schon 1646 wurde in der Kirchenstrasse gebaut, und zwar entstand für den Schneider Schlichte ein Haus für seine Fertigung und ein Wohnteil. 1696 erwarb Jürgen Eichhof dieses Grundstück mit dem Haus. Das Haus genügte seinen Ansprüchen nicht, weshalb es zunächst leer stand. Erst 1825 wurde dieses Haus durch Ludwig Sagell – von Beruf Bäckermeister – durch ein neues ersetzt, wie es heute in seiner Art noch steht. Die Bäckerei führte lange Zeit den Namen“ 1825″, und heute ist uns der Name „Anno 1825″ ein Begriff.

Da in der Gegend noch weitere Bäckereien vorhanden waren, zu denen der „Bäckergang“ führte, eröffnete ab 01.08.1925 Otto Sagell, Gastwirt von Beruf, eine Gaststätte. Er blieb leider kinderlos, daher hat 1959 Albert Sagell, Kaufmann aus Bremen, das Haus und die Gaststätte übernommen. Das Sagen im Haus hatte Mutti Sagell. Wenn sie an der Tür stand oder zum Fenster hinaus schaute, erwartete sie von jedem Vorbeikommenden einen Gruß. So kam es u.a. auch vor, dass 1964 ein Neuzugezogener vorbei ging, ohne sie zu grüßen. Darum rief sie ihm vom Fenster aus zu: „Du hast wohl das Grüssen nicht gelernt“. Als dieser am nächsten Morgen wieder die Kirchenstrasse entlang ging, sah er sie wieder am Fenster. Auf Grund seines Erlebnisses vom Vortag grüßte er sie, worauf Mutti Sagell zufrieden sagte: „So, nun hast Du ja das Grüssen gelernt.“

D0101b 0236 - Bev-Kirchenstraße

In den Jahren von 1970 – 1990 bewirtschaftete Ulla Göring die Gaststätte mit viel Erfolg. Die Schützenkompanie und viele Vereine waren ihre Stammgäste. Die Speisekarte war sehr reichhaltig, und die Speisen mit allem Zubehör waren sehr empfehlenswert – wie auch heute noch. Auch das Bier war und ist immer sehr gepflegt. Heute hat Frau Göring im eigenen Haus Im Hagen eine gut gehende Pension.

Ab 1991 bewirtschaftete das Restaurant das Ehepaar Susanne und Günther Peschke zunächst als Pächter. 1996 konnte das Grundstück mit Haus von ihnen erworben werden. So hatten sie die Möglichkeit, die Gaststätte flächenmäßig zu erweitern, um auch eine größere Anzahl von Gästen zu bewirten, die auch außerhalb der Reisezeit zahlenmäßig sehr zugenommen hatten.

So konnten Familienfeiern und andere Feiern mit wachsender Personenzahl gut untergebracht werden. Auch können Tagungen dort stattfinden, da die Lage in der Stadt dafür sehr günstig ist. – Im Jahre 2000 wurde der große zum Grundstück gehörende Hof zum Kaffee- bzw. Biergarten umgestaltet, so dass bei schönem Wetter die Möglichkeit besteht, auch draußen bewirtet zu werden. Von dem Ehepaar Susanne und Günther Peschke wird das Restaurant sehr sorgsam und erfolgreich geführt, auch hat die Restaurant-Küche und damit Herr Peschke einen sehr guten Ruf, weshalb ihnen am 03.11.2000 als Auszeichnung die Europäische Qualitätsplakette verliehen wurde. Wie aus dem Geschilderten ersichtlich, hat auch dieses Grundstück mit Haus und Gaststätte eine abwechslungsreiche Vergangenheit und hat einen beachtenswerten Platz in Bevensen. (Stand Juni 2004)

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.