Die Visitenkarte – auch von privaten Personen wird sie noch häufig verwendet, um Kontaktdaten anschaulich und kompakt zu überreichen. Hauptsächlich kennen wir diese jedoch aus dem geschäftlichen Alltag.  Ein kleines Kärtchen, auf dem Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse vermerkt sind. Einige sind fantasievoll verziert oder mit einem Logo versehen, andere eher schmucklos. In jedem Fall kann diese Karte auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits 1780 soll in Berlin die Visitenkartenerstellung in der Tageszeitung angeboten worden sein, die Ursprünge liegen aber noch weiter zurück.

Visitenkarten-sammeln

Die Bezeichnung ist auf die ursprüngliche Verwendung als fester Bestandteil in der adligen bzw. feinen Gesellschaft zurückzuführen. Beim Besuch in hohem Hause wurde die Visitenkarte der Empfangsdame oder dem Diener übergeben, die diese dann an den Herrn oder die Dame des Hauses weitergaben. Man strebte nach Individualität und Kreativität und in jeder Epoche fanden sich typische Elemente auch auf diesen Karten wieder. Bei der Herstellung bediente man sich vornehmlich des Kupferstichs, zum Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Herstellung im Prägedruck modern.

Heute tauscht man Visitenkarten hauptsächlich im Berufsleben – beim Erstkontakt zwischen möglichen Geschäftspartnern, bei Konferenzen und Messen. Gleichzeitig dient sie der diskreten Mitteilung zur eigenen Position im Unternehmen. Dank der vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten und moderner Drucktechniken sind bei der Herstellung kaum Grenzen gesetzt.

Aber die Zeit ist so schnelllebig! Wird es die Karten auch in 40 oder 50 Jahren noch geben, oder werden sie von anderen Möglichkeiten abgelöst? Viele Bevenser Gewerbetreibende schauen einen, bei der Frage nach ihrer Visitenkarte, schon heute mit großen Augen an.

Späteren Bewohnern der Stadt wird natürlich auch ein Blick in historische Telefonbücher Aufschluss über den Handel und das Handwerk geben. Aber sind Visitenkarten nicht viel persönlicher?

So wurde im Stadtarchiv Bad Bevensen der Entschluss getroffen, eine Sammlung der erhältlichen Visitenkarten aus Bad Bevensen anzulegen. Geordnet nach Branchen sollen sie so auch künftig erhalten bleiben. Rein private Karten werden nicht gesammelt. Viele Geschäfte und Betriebe wurden in den vergangenen Tagen und Wochen bereits von den ehrenamtlichen Archiv-Mitarbeitern aufgesucht. Sollten Sie ebenfalls Karten beisteuern wollen, freut man sich im Archiv über eine Kontaktaufnahme. Lieber eine doppelt, als eine zu wenig. Auch ältere Visitenkarten ‒ nicht mehr vorhandener Geschäfte/Betriebe/Dienstleister ‒ werden sehr gerne entgegengenommen.

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